Viele Hersteller von Fitnessprodukten behaupten, eine gute Alternative zum bekannten Peloton® im Talon zu haben. Das Problem dabei: Kaum ein Gerät kann die Erwartungen tatsächlich erfüllen. Das Schwinn "800IC" Speed Bike bildet hier die große Ausnahme. Dr. Marvin Auf der Landwehr, zertifizierter Fitness-Trainer und passionierter Kraft- und Ausdauersportler, hat dieses Speed Bike für uns getestet: „Tatsächlich ist es eines der besten Heimtrainergeräte, die ich in letzter Zeit getestet habe.“ Hinweis: Das Schwinn 800IC wurde bis Sommer 2021 unter dem Namen „Schwinn IC8“ vertrieben, das Gerät ist laut Herstellerinfo gleich geblieben.

Bewertung der Redaktion

Unsere Bewertungskriterien

Der Gesamtscore ergibt sich aus der gewichteten Bewertung folgender Kriterien:
  • Funktionalität: Wie gut erfüllt das Produkt seine vorgesehenen Aufgaben?
  • Langlebigkeit: Wie robust und dauerhaft ist das Produkt?
  • Sicherheit: Wie risikofrei ist die Nutzung des Produkts?
  • Schadstoffe: Wie verträglich sind die Substanzen, die im Produkt enthalten sind?
  • Nachhaltigkeit: Wie umweltfreundlich und ressourcenschonend ist das Produkt?
91 %
Settings Cog Double 1 Streamline Icon: https://streamlinehq.com Funktionalität: 94/100
Time Clock Circle Streamline Icon: https://streamlinehq.com Langlebigkeit: 93/100
Form Validation Check Shield Streamline Icon: https://streamlinehq.com Sicherheit: 90/100
Lab Bottle Experiment Streamline Icon: https://streamlinehq.com Schadstoffe: 86/100
Organic Plant Grow Dirt Streamline Icon: https://streamlinehq.com Nachhaltigkeit: 84/100

Das gefällt uns

  • sehr leise im Betrieb
  • sehr hohe Verarbeitungsqualität der Rohre und Peripheriegeräte
  • LED-Display gut lesbar
  • mit zahlreichen Apps kompatibel

Das könnte besser sein

  • Stromkabel eher kurz
  • kein integrierter Bildschirm
  • Pulsfrequenzmesser muss vor jedem Workout neu mit der App synchronisiert werden

Produktbeschreibung

Dieses Speed-Bike zählt bereits seit Jahren zu den absoluten Bestsellern. Es kann bis von Trainierenden bis zu einem Körpergewicht von 150 kg verwendet werden kann. Wichtige Leistungsmetriken wie die Geschwindigkeit, die magnetische Widerstandsstufe oder den Kalorienverbrauch können diese direkt am Display ablesen. Außerdem verfügt der Bike-Heimtrainer über doppelseitige Pedale, die wahlweise mit SPD-Clips oder einem Zehenkäfig verwendet werden können. Sitz und Lenkrad lassen sich sowohl vertikal (also in der Höhe) als auch horizontal verstellen, sodass das Rad auch problemlos von mehreren Personen mit unterschiedlicher Konstitution genutzt werden kann. 

Erfahrungsbericht

Wir haben das 800IC ausführlich getestet. Hier unsere Erkenntnisse und Eindrücke:

  • Design und Verarbeitungsqualität: Geliefert wird das 800IC von Schwinn in teilweise vormontiertem Zustand. Die restliche Montage ist für einen Heimtrainer relativ einfach und lässt sich mit ein bis zwei Personen innerhalb von 30 bis 60 Minuten problemlos vornehmen. Die deutsche Bedienungsanleitung ist verständlich geschrieben, die Schrauben passen gut und die vorgefrästen Löcher und alle notwendigen Werkzeuge für den Zusammenbau sind im Lieferumfang des Indoor-Bikes enthalten. Dabei ist die Verarbeitungsqualität des 800IC hervorragend: Die Verlötung der Rohre wirkt sehrt robust, während auch die Rohre selbst glatt und sauber verarbeitet aussehen. Die Peripheriegeräte, wie der doppelte Flaschenhalte und der Tablet-Halter am Lenker verfügen über eine weiche, texturierte Oberfläche und können somit auch bei der Nutzung von Metallflaschen nicht verkratzen. 
  • Nutzungsmöglichkeiten: Mit seinem großen Schwungrad an der Vorderseite und dem ergonomisch geformten Griff kann das Schwinn 800IC sowohl für klassische Trainingseinheiten als auch für Spinning-Einheiten genutzt werden. Die LED-Konsole des Fahrrads gibt dabei Aufschluss über wichtige Leistungsmetriken wie die Geschwindigkeit, die magnetische Widerstandsstufe oder den Kalorienverbrauch. Außerdem verfügt das Speed Bike über doppelseitige Pedale, die wahlweise mit SPD-Clips oder einem Zehenkäfig verwendet werden können. Sitz und Lenkrad lassen sich sowohl vertikal (also in der Höhe) als auch horizontal verstellen, sodass das Rad auch problemlos von mehreren Personen mit unterschiedlicher Konstitution genutzt werden kann. Dabei sollte lediglich das maximale Nutzergewicht von 150 Kilogramm beachtet werden.
  • Leistung und Fahrgefühl: Nachdem ich das Schwinn 800IC montiert und eingerichtet hatte, wollte ich natürlich sofort in den Sattel steigen und losfahren. Seitdem nutze ich das Fahrrad jeden Morgen für eine 20- bis 30-minütige Trainingseinheit vor der Arbeit. In diesem Zusammenhang möchte ich lobend erwähnen, dass das 800IC extrem leise im Betrieb ist. Somit kann ich morgens um halb sechs meine Runden im Wohnzimmer drehen, während der Rest der Wohnung noch ungestört schlafen kann. Das Schwungrad dreht sich sehr sanft und der Widerstand kann mit Hilfe eines Drehknopfes in der Mitte der Rahmenstange stufenlos verstellt werden. Auch der Sitz ist für ein Indoor-Bike relativ bequem und erlaubt auch längere Trainingseinheiten ohne schmerzendes Gesäß. Wer hier besonders lange Trainingseinheiten plant oder einfach mehr Wert auf Komfort als auf sportliche Performance legt, kann aber auch darüber nachdenken, den Sitz mit einem Gelpolster auszustatten oder gegen einen breiteren, gepolsterten Tourensitz auszutauschen.
  • Display: Das kompakte LED-Display des Schwinn 800IC zeigt beim Training auch ohne die Anbindung an eine App die wichtigen Leistungsdaten an. Ganz oben befindet sich eine Leiste, auf der die Pedalumdrehenungen pro Minute in RPM (Revolutions per Minute) auf einer Skala bis 125 zu sehen sind. Darunter folgen die seit dem Trainingsbeginn verstrichene Zeit sowie der geschätzte Kalorienverbrauch, eine Geschwindigkeitsanzeige sowie die zurückgelegte Distanz in Kilometern. Unter „Level“ ist zudem ersichtlich, auf welcher Schwierigkeitsstufe von 1 bis 100 der Widerstand aktuell eingestellt ist. Da das Schwinn 800IC über einen Bluetooth-Anbindung verfügt, kann, falls vorhanden, auch ein kompatibler Pulsmesser mit dem Rad gekoppelt werden. In diesem Fall zeigt der Bordcomputer dann zusätzlich auch noch die aktuelle Pulsfrequenz. Ein wenig nervig hierbei ist allerdings, dass der Pulsfrequenzmesser vor jedem Workout neu synchronisiert werden muss und die Synchronisierung nicht gespeichert wird. Für das Training selbst ist eine App nicht zwingend notwendig. Es verleiht dem Training allerdings definitiv mehr Charme, wenn man durch virtuelle oder reale Welten fahren kann oder von einem Trainer motiviert wird. Deshalb verfügt das Schwinn 800IC über diverse App-Anbindungen.
  • Kompatible Apps: Standardmäßig können Käufer des 800IC die App JRNY von Bowflex nutzen. Sie kann sowohl im Google Play Store für Android als auch im Apple App Store für iOS heruntergeladen werden und ist im ersten Jahr kostenfrei. Anschließend fallen Abokosten von knapp 20 € pro Monat an, wobei es auch ein vergünstigtes Jahresabo für 150 € gibt. Bei der App selbst handelt es sich quasi um einen virtuellen Personal Trainer, der tägliche Workouts vorschlägt, ein virtuelles Coaching bietet und über eine umfangreiche Bibliothek von On-Demand-Kursen und virtuellen Strecken verfügt. Zudem ist das Schwinn 800IC kompatibel mit der App von Peloton. Hier können für einen monatlichen Beitrag von 39 € ebenfalls Kurse und Strecken über die App genutzt werden, allerdings fallen im Vergleich zu JRNY ein paar Einschränkungen an. So werden Daten wie Trittfrequenz/Geschwindigkeit oder Widerstand nicht an die App übertragen. Anders verhält es sich mit den Trainingsapps Zwift und Kinomap, die für einen monatlichen Beitrag von 15 € (Zwift) bzw. 11 € (Kinomap) ebenfalls zahlreiche virtuelle Trainingsmöglichkeiten und Fahrstrecken bieten. Die Zwift-App rechnet den eingestellten Widerstand allerdings in Watt um, was zu einigen Ungenauigkeiten bei der Widerstandsmessung führt. Weitere kostpflichtige und kompatible Apps sind Explore the World, Rouvy, Tacx, Systm, Fulgaz und Trainerroad. Wer zunächst lediglich auf der Suche nach ein paar schönen Strecken ohne ausgefeilte Trainings- oder Intensitätsanweisungen ist, kann außerdem bei YouTube nach Coaching- oder Tourvideos schauen.
  • Unterschied zwischen dem 800IC und dem IC8: Experten werden eventuell bemerken, dass das Schwinn 800IC einem anderen Modell des Herstellers verblüffend ähnlich sieht, dem IC8. In der Tat handelt es sich bei beiden Modellen grundsätzlich um das gleiche Indoor-Bike, abgesehen von der Konnektivität zur Bowflex JRNY-App. Beim Schwinn IC800 wurde die JRNY-Software direkt in das Fahrrad integriert, sodass es über einen direkten Zugriff darauf verfügt. Somit kann man direkt über die App, die mit dem 800IC verbunden ist, auf ein persönliches Trainingsprogramm zugreifen und andersherum die Leistungsdaten vom Rad an die App übertragen. Das Schwinn IC8 hingegen verfügt nicht über eine eingebaute JRNY-Anbindung.

 

Unsere Bewertung im Detail:

Funktionalität: 94/100 Punkte

Das "800IC" bietet 100 fein abgestufte Widerstandsstufen über eine berührungslose Magnetbremse und ein etwa 18‑kg‑Schwungrad – damit kannst du von lockerem Grundlagentraining bis zu sehr intensiven Intervallen alles fahren. Per Bluetooth und FTMS‑Standard verbindet sich das Bike mit Zwift, Kinomap, Rouvy, Peloton‑App & Co., dazu gibt’s die hauseigene JRNY‑App; die grundlegenden Trainingsdaten (Zeit, Watt, RPM, Puls, Kalorien, Distanz) zeigt ein hintergrundbeleuchtetes LCD‑Display. SPD‑Kombi-Pedale (Klick + Käfig), 4‑fach verstellbarer Lenker, höhen- und längsverstellbarer Sattel sowie ein Gerätehalter (Tablet/Smartphone) machen das Setup sehr flexibel für unterschiedliche Körpergrößen und Trainingsstile. Für klassisches Sit‑&‑Ride wie für stehende Sprints ist das Bike geeignet. Wer einen komplett freien Touren‑Ergometer mit Freilauf sucht, ist hier allerdings falsch – das "800IC" ist ein Speedbike ohne Freilauf, d. h. Schwungrad und Kurbel sind fest gekoppelt.

Verarbeitung & Langlebigkeit: 93/100 Punkte

Mit einem Eigengewicht von rund 52 kg und einer max. Nutzerlast von 150 kg steht das "800IC" massiv und verwindungssteif im Wohnzimmer: Auch in anderen Tests wird wiederholt gelobt, dass nichts wackelt, selbst bei intensiven Sprints oder Wiegetritt. Der Stahlrahmen, Poly‑V‑Riemenantrieb und die Magnetbremse sind auf geringen Wartungsaufwand ausgelegt – kein Filzbremsklotz, kein Kettenöl, kaum Verschleißteile. Nutzerberichte zeigen: Anfangs können leichte Geräusche an den Kurbeln auftreten, die sich durch korrektes Nachziehen der Kurbelbolzen beheben lassen; danach läuft das System sehr unauffällig. Insgesamt wirkt die Verarbeitung für den Preisbereich hochwertig und auf jahrelange Nutzung ausgelegt, vorausgesetzt, man pflegt das Bike (Schweiß abwischen, Schrauben checken, Antrieb nicht grob misshandeln).

Sicherheit: 90/100 Punkte

Die hohe Stabilität, das massive Schwungrad und der rutschfeste Stand sind klare Sicherheitspluspunkte – das Bike bleibt auch bei schweren Nutzern und hoher Trittfrequenz verlässlich stehen. Die fehlende Freilauffunktion ist hingegen ein zweischneidiges Schwert: Sportlich fühlt sich das wie ein klassisches Speedbike an, verlangt aber, dass du aktiv abbremst oder den Widerstand hochdrehst, bevor du aufhörst zu treten – spontane „Bein weg“-Pausen sind nicht drin. Verstellbereiche sind breit (empfohlen für etwa 1,58–1,95 m Körpergröße), der Lenker 4‑fach und der Sattel in Höhe/Tiefe justierbar; wer sehr klein ist, sitzt eher sportlich, aber grundsätzlich sicher. Wichtig: Pedale mit SPD‑Seite und Körbchen müssen zum Fahrstil passen (Klick oder Schuhe fest im Käfig), sonst steigt das Risiko des Abrutschens beim Wiegetritt.

Schadstoffe: 86/100 Punkte

Der Hauptteil des Bikes besteht aus Stahl, Aluminium und Elektronik – kritische Kontaktpunkte sind Sattel, Lenkergriffe und ggf. Schaumstoffpolster. Schwinn ist ein etablierter Markenhersteller im Fitnessbereich und muss die gängigen internationalen Normen einhalten, konkrete, öffentlich kommunizierte Schadstoff‑ oder VOC‑Zertifikate für das "800IC" sind aber nicht aufgeführt. In Tests und Nutzerberichten finden sich keine Hinweise auf starken Plastikgeruch oder auffällige Ausgasungen, was für ein unproblematisches Niveau im Heimfitness‑Kontext spricht.

Nachhaltigkeit: 84/100 Punkte

Ein Indoor‑Bike ersetzt keine Autofahrt, aber kann langfristig Fitnessstudio-Fahrten (Anfahrt, Parken, Infrastruktur) sparen und hilft, Training in den Alltag zu integrieren – was indirekt einen nachhaltigen Lebensstil unterstützen kann, wenn dadurch z. B. weniger motorisierte Wege anfallen. Die robuste Bauweise, kaum Verschleißteile und standardisierte Komponenten (Pedale, Sattel, Elektronik separat, Magnetbremse) sprechen für eine hohe Lebensdauer, was aus Ressourcensicht besser ist als günstige Wegwerf‑Heimtrainer. Auf der anderen Seite fehlen Informationen zu Recycling‑Konzepten für Elektronik oder Magneteinheit; nach der Lebensdauer bleibt das "800IC" typisches Elektroschrott‑Großgerät, dessen Nachhaltigkeit stark von korrekter Entsorgung abhängt.

 

Produktdaten

Qualitätssiegel
Dads CHECK-Siegel

Unser Fazit zum Speed-Bike Schwinn "800 IC"

Das Schwinn "800IC" ist ein hochwertig verarbeitetes Heimfitnessgerät, das zahlreiche praktische Funktionen bietet und in Kombination mit den verschiedensten Apps und Geräten verwendet werden kann. Somit ist das Preis-Leistungs-Verhältnis insgesamt sehr gut. Im Gegensatz zum Peloton verfügt es allerdings nicht über ein zusätzliches Display. Ein Extra-Bildschirm in Form eines Tablets oder Fernsehers ist für die Nutzung deshalb Pflicht. Das Schwinn "800IC" kann sowohl für klassische Trainingseinheiten als auch für Spinning-Einheiten genutzt werden.